S1: Gruppe nebelt Bahnsteig in Bochum ein - dann bekommt Zug riesiges Graffiti

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Graffiti auf einer Bahn der DB (Archiv). Foto: dpa

Bochum/NRW - Mit einer Rauchbombe hat eine vermummte Gruppe in Bochum einen Zug der Linie S1 gestoppt und mit einem großen Graffiti besprüht.

Graffiti-Bombing heißt die Methode, bei der Züge von Gruppen maskierter Sprayer angehalten und zugesprüht werden. In letzter Zeit passiert das immer öfter auch im Ruhrgebiet. Am Wochenende traf es einen Zug der S1 in Bochum.

Bis zu zwölf Personen sollen es gewesen sein, die einen Zug der Linie S1 am frühen Sonntagmorgen (17. März) gegen 3.50 Uhr an der Haltestelle Bochum-Ehrenfeld stoppten, um ihn dann mit Lackfarbe zu besprühen.

Dazu zündete die Gruppe einen Rauchtopf und nebelte damit den kompletten Bahnsteig ein. Dann stürmten die Unbekannten den Bahnsteig, während eine Person die Tür der S1 blockierte. Der Zug konnte deshalb nicht weiterfahren.

Graffiti über 20 Quadratmeter auf der S1

Das wiederum gab den bislang Unbekannten die Chance, den Zug auf einer Fläche von 20 Quadratmetern zu besprühen. Anschließend flüchteten die Tatverdächtigen. Polizei und Bundespolizei konnten bislang niemanden festnehmen.

Diese Art von Graffiti-Bombing hat es im Ruhrgebiet bereits am Neujahrsmorgen 2019 gegeben. Rund 20 Vermummte hatten am 1. Januareinen Wagen der Linie S4 an der Haltestelle Dortmund-West großflächig besprüht.

Damit der Zug nicht weiterfahren konnte, warfen sie zwei Einkaufswagen auf die Gleise davor und zündeten daneben Nebelwurfkörper - ähnlich wie jetzt in Bochum.

Für die Deutsche Bahn ist das kein neuer Vorfall. Immer wieder kommt es zu solchen Attacken. Bundesweit kosten Schäden durch Graffitirund 10 Millionen Euro pro Jahr. Davon entfällt nur ein Teil davon auf die Reinigung der Waggons. „Zugausfälle, Dispositionsaufwand und zusätzliche Zugfahrten verursachen ebenfalls erhebliche Kosten“, sagt eine Sprecherin.

Info

Die Bundespolizei leitete im Fall von Bochum ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz ein. Sie bittet Zeugen, die Hinweise zu den Personen geben können, sich mit der Bundespolizei unter der kostenfreien Servicenummer 0800/6 888 000 in Verbindung zu setzen.