Bloggerin larabeauty verurteilt

Lippen illegal aufgespritzt: Influencerin aus Bochum kommt für Jahre ins Gefängnis

Bochum: Über Jahre hinweg spritzten die Beauty-Bloggerinnen #larabeauty und #duygubeauty illegal Lippen, Wangen und Nasen auf. Mit fatalen Folgen.

  • Duygu Ö. (26) und Lara G. (29) aus Bochum führten ohne Fachkenntnisse Schönheitsbehandlungen durch.
  • Lippen und Wangen wurden mitunter in Nachtclubs aufgespritzt.
  • Im ersten Prozess gegen das Duo fiel das Urteil für Lara G. alias larabeauty

Bochum: Influencerin spritzte illegal Lippen auf

Schon Anfang des Jahres kam alles ans Licht: DieBeauty-Bloggerinnen Lara G. und Duygo Ö. aus Bochum kamen in U-Haft. Der Vorwurf gegen die beiden Influencerinnen: Unter äußerst fragwürdigen Umständen sollen sie jungen Frauen die Lippen und andere Partien im Gesicht mit Hyaloronsäure unterspritzt haben.

Doch: Weder die Eine, noch die Andere besitzt die nötige Fachkenntnis, um solche Aufspritzungen durchzuführen. Deswegen lautete die Anklage gegen die beiden Frauen auch auf schwere Körperverletzung. Außerdem begingen sie Steuerhinterziehung und bereicherten sich so immens an ihren dubiosen Schönheitsbehandlungen.

#larabeauty: Bloggerin aus Bochum in Haft

Bereits im April stellte die Polizei fest, dass die beiden keine ärztliche Approbation besaßen. Eine solche hätten sie für die Injektion von Hyaluronsäure aber benötigt. Selbst eine Ausbildung als Heilpraktiker hatten die beiden nicht absolviert, mit der sie die Behandlung auch hätten vornehmen dürfen.

Das Fatale daran: Durch die fehlende Fachkenntnis - normalerweise führen Ärzte solche Behandlungen durch - kam es bei vielen ihrer "Patienten" zu Komplikationen. ErheblicheSchwellungen, Schmerzen, Entzündungen - nach Bekanntwerden des Falls aus Bochum meldeten sich immer mehr Frauen und Männer, die unter den Folgen der Behandlung litten.

Laut Deutsche Gesellschaft für ästhetische Botulinum- und Fillertherapie (DGBT) könnten bei unsachgemäßen Hyaluronsäure-Injektionen viel passieren - von ästhetischen "Unfällen" über Infektionen bis zu gefährlichen Gefäßkomplikationen mit Nekrosen (Anm. d. Red.: Absterben von Zellen oder Gewebe). "Den meisten Patienten ist nicht klar, dass derartige Risiken bestehen und leider auch den 'Laien-Behandlern' nicht", so Dr. med. Boris Sommer, der 1. Vorsitzende der DGBT.

Schöneitsbehandlungen von Bochumer Influencerin mit fatalen Folgen

Wie die DGBT berichtet, erlitten viele, die die fehlerhaft durchgeführten Hyaluronsäure-Injektionen erhielten, "in Lippen und anderen Gesichtsbereichen unter anderem Infektionen, Lähmungen und Gefäßverletzungen".

Jetzt verkündete das Landgericht Bochum das Urteil gegen eine der beiden Betrügerinnen: Lara G. muss für vier Jahre ins Gefängnis. Außerdem muss sie eine Geldstrafe von 36.000 Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft geht von mindestens 36 Geschädigten aus. 

Hunderte betroffen: Bochumer Influencerin spritzte Hyaloronsäure

Die Zahl jener, die sich nicht als Zeugen oder Geschädigte meldeten, dürften allerdings deutlich höher liegen. Das lassen auch die vielfachen Reaktionen in den sozialen Netzwerken vermuten. Bereits im April ging die Polizei Bochum von 250 Betroffenen aus.

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Wie viele bereits mitbekommen haben hat larabeauty_s illegal und ohne Lizenz Mädchen über 18 als auch Minderjährigen Unterspritzungen in Clubs und Discos angeboten. Das Ergebnis seht ihr auf dem Bild! Verpfuschte Ergebnisse und alles ohne Erfahrungen oder medizinische Kenntnisse. Es gibt Fälle, in denen Spritzen mehrfach benutzt worden sind. Da sehr viele von ihrem Mann und ihrer Familie aufs Übelste bedroht werden, möchte ich eine Plattform bieten auf der wir alle Berichte, Erfahrungen, Bilder und Screenshots teilen. Unter den Posts könnt ihr euch gerne austauschen. Gepostet wird von mir natürlich alles anonym ! #larabeauty #larabeauty_s #stuttgart #bochum #nrw #hyaluronsäure #unterspritzungen #köln #bonn #karlsruhe #juvederm #lipsbylara

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Das Urteil gegen die 26-jährige Cousine Duygo Ö., die ebenfalls ohne Erlaubnis als Heilpraktikerin tätig war, wird im Laufe des Monats erwartet.

Rubriklistenbild: © dpa