Smartes Parken im Ruhrgebiet

Die Parkplatzsuche in Bochum soll ein Ende haben - mit diesem digitalen Trick

Die Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt kann anstrengend sein. Die Stadt Bochum will dem ein Ende setzen und testet unterschiedliche Maßnahmen. 

  • In Bochum wird derzeit in digitales Parksystem getestet, um die Parksituation in der Innenstadt zu verbessern.
  • Um der lästigen Parkplatzsuche ein Ende zu setzen, werden Kameras und Sensoren einsetzt.
  • Auch in anderen Städten im Ruhrgebiet werden ähnliche Systeme getestet.

Bochum - Zu viele Autos suchen zu wenige Parkplätze - das ist das tägliche Szenario in deutschen Innenstädten. 560 Millionen Stunden verbringen deutsche Autofahrer jährlich im Schnitt mit der lästigen Parkplatzsuche. Das ergab eine Studie im Auftrag der Automobilindustrie. Die Stadt Bochum will dem jetzt ein Ende setzen - mit einem smarten System.

Die Zukunft des Parkens ist in Bochum digital

Das oberste Ziel der Stadt Bochum ist es, den Parksuchverkehr zu minimieren. Denn der ist schlecht für die Umwelt, verursacht Lärm und es werden jede Menge Schadstoffe in die Luft geblasen - und die ist in den Innenstädten ohnehin schon nicht gut. Umso schneller also ein Parkplatz gefunden ist, desto besser für Mensch und Umwelt. Dafür hat die Stadt Bochum jetzt drei verschiedene Maßnahmen ins Leben gerufen.

Eine davon ist das sogenannte "Smart Parking". Im Stadtteil Ehrenfeld wurden in einigen Straßenlaternen Sensoren in Kameras eingebaut. Die sehen dann von oben, ob Parkplätze frei sind oder nicht. Die Daten werden entsprechend weitergeleitet, sodass die Autofahrer, wenn sie die Webseite parken-in-bochum.de besuchen, sehen können, ob ein Parkplatz frei ist. 

Parkplatzsuche: Sensoren erfassen freie Parkplätze in Bochum

Partner bei diesem Projekt der Stadt Bochum ist der Energiekonzern Innogy. Doch noch ist das Projekt für die schnelleParkplatzsuche in seiner Testphase, konkrete Aussagen über die Effizienz können noch nicht getroffen werden. Doch die Stadt verspricht sich davon viele Vorteile und hofft, dadurch langfristig das Autofahren im Stadtgebiet zu reduzieren, berichtet der WDR

Und das meint Bochum wohl wirklich ernst. Denn auch in der Ferdinandstraße am Hauptbahnhof wird ein weiteres smartes System getestet. Hier sind auf dem Boden Sensoren eingebaut, die die parkenden Autos erfassen. Die Daten werden dann direkt an die Verkehrsleitsysteme weitergegeben, anhand derer die Autofahrer erkennen können, ob es in der Straße noch freie Parkplätze gibt.

Parken in Bochum: Diese Maßnahme soll es besser machen

Im Gegensatz zu den beiden ersten Maßnahmen des "Smart Parking", die sich beide noch in einer Testphase befinden, ist das Projekt im Parkhaus P8 am Konrad-Adenauer-Platz in Bochum schon weiter fortgeschritten und kürzlich erst bis Ende September 2020 verlängert worden. Kameras erfassen in dem Parkhaus die Kennzeichen der einfahrenden Autos und merken, ob es sich um einen Dauerparker handelt oder nicht.

Ist das der Fall, muss der Fahrer nicht an der Schranke halten. "Im Bereich der Einfahrt Konrad-Adenauer-Platz werden schon 95 Prozent der Kennzeichen zweifelsfrei erkannt", heißt es in einer Erklärung der Bochumer Wirtschaftsentwicklung, die das Parkhaus betreibt.

Und das ist noch nicht alles: Bis die smarten Systeme ihre Testreife bestanden haben, müssen die alten Methoden herhalten - neue Parkhäuser werden gebaut. Und zwar eines am Kurt-Schumacher Platz in der Nähe des Hauptbahnhofs in Bochum, ein anderes unter dem geplanten Viktoria Karree. 500 weitere Parkplätze sollen hier entstehen und den Kunden die lästige Parkplatzsuche ersparen. Es dauert allerdings noch eine Weile, bis das fertig ist - mindestens bis 2022. Und bis dahin? Heißt es wohl, Ruhe bewahren und starke Nerven bei der Parkplatzsuche in der Innenstadt behalten. 

Wie steht es um die Parkplatzsuche in anderen Städten im Ruhrgebiet?

Der Trend geht im Allgemeinen zu smarten Städten, da ist Bochum keine Ausnahme. Auch in Dortmund wurde bereits ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Autofahrer sich mit der App "Park an Joy" zu freien Parkplätzen leiten lassen können. Und auch in Witten wird derzeit das "Smart Parking" getestet - ebenfalls mit der App "Park an Joy".

Und die kommt vom Innogy-Konkurrenten Telekom. Der hat das Projekt inzwischen gleich in hundert Städten ausgerollt und verspricht, dass das Parken in den deutschen Innenstädten in Zukunft kinderleicht und gar nicht mehr stressig sein wird. Denn mit der App kann man sich nicht nur frei Parkplätze anzeigen und dorthin navigieren lassen, sondern auch noch direkt bezahlen und die Parkzeit verlängern oder verkürzen. Na, wenn das nicht mal smart ist. 

Rubriklistenbild: © dpa; Park and Joy/ Collage: RUHR24

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