Bochum: Bürger bewerten City in diesen Punkten grottig

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Die Kortumstraße in Bochum ist fertig. Foto: Stadt Bochum

Bochum/NRW - Die Sanierung der Fußgängerzone in Bochum ist fertig. Doch eine Bürgerbefragung zeigt: So richtig zufrieden sind Besucher der Innenstadt lange nicht.

Die Sanierung der Fußgängerzone in Bochum ist fertig. Doch eine Bürgerbefragung zeigt: So richtig zufrieden sind Besucher der Innenstadt lange nicht. Besonders ein Punkt wird kritisiert.

  • Rund 400 Besucher der City von Bochum haben an einer Befragung teilgenommen.
  • Es gibt einige klare Defizite, aber auch durchaus Stärken in der City.
  • Eine Initiative für die Innenstadt hat jetzt klare Forderungen.

Bochum: Innenstadt hat verschiedene Defizite

Würde man der Innenstadt von Bochum ein Arbeitszeugnis ausstellen, müsste drin stehen: "War stets bemüht". Heißt: Im Großen und Ganzen ok, mehr aber auch nicht.

In Zahlen ausgedrückt entspricht das einer Note von 2,6. Sie kommt durch eine Befragung von 401 Besuchern der Innenstadt zustande. "Mit diesem Urteil liegt Bochum etwas unterhalb des Gesamtdurchschnitts von 116 deutschen Innenstädten", heißt es bei Bochum Tourismus.

Plätze und Orte zum Verweilen schneiden in Bochum unterdurchschnittlich ab

Am kritischsten sehen die Besucher der City die Plätze und Orte zum Verweilen. Nur die Note 3,7 gab es dafür von den Befragten. Zwar hat Bochum nun eine komplett sanierte Fußgängerzone, doch die wenigen Bänke auf den Plätzen im Innenstadtbereich laden nicht wirklich zum Verweilen ein.

Während der Husemannplatz - der künftig im Schatten eines neuen Einkaufszentrums weilt - seit Jahren vor sich hinvegetiert, können Besucher des Dr.-Ruer-Platzes fast ausschließlich in den Gastronomien sitzen.

Aktion "1000 Bänke für Bochum" läuft schleppend voran

Immerhin: Die Stadt hat ihre Defizite erkannt und die Aktion "1000 Bänke für Bochum" gestartet. Doch die Installation der neuen Sitzgelegenheiten läuft nur schleppend voran, wie zuletzt die WAZ berichtete. Auch in Sachen Kinderfreundlichkeit (Note 3,5) hat die Stadt in ihrem Zentrum Potential nach oben.

Doch es ist natürlich nicht alles unterdurchschnittlich in der Ruhrgebietsstadt. Relativ gut empfinden die Besucher der City die Events (u.a. Bochum Total, Bochum Kulinarisch, Sparkassen-Giro) und die Gastronomie, die stark vom Bermuda Dreieck geprägt ist.

50 Prozent kommen am Wochenende mit dem Auto

Hinterfragen sollte die Stadt dagegen die Art und Weise, wie sie von ihren Besuchern erreicht wird. Unter der Woche kommen nur 55 Prozent der Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, am Wochenende kommen 50 Prozent mit dem Auto in die City.

Das Fahrrad schneidet bei den Befragten sogar grundsätzlich schlecht ab. Nur sechs Prozent der Befragten nannten es als Mittel der Wahl, um in die Stadt zu kommen.

Händler in Bochum müssen sich für den Online-Handel öffnen

Was das Thema Online-Handel betrifft, gibt es in Bochum durch die Befragung folgende Erkenntnis: Der Handel müsse flexibler denn je agieren, offline wie online präsent sein und ein breit gefächertes Angebot vorhalten. Künden würden gerne die Verfügbarkeit von Produkten aus der City online abrufen.

Marc Mauer, Vorsitzender der "Initiative Bochumer City" fordert jetzt: "Wir wünschen uns von der Stadt vor allem attraktive Flächen zum Verweilen, eine erhöhte Sauberkeit, Fahrradfreundlichkeit und kostenlose Services, wie zum Beispiel gut ausgestattete Toiletten und Trinkbrunnen.“