Partyviertel ändert Gesicht

Shisha-Bars im Bermudadreieck: Jetzt fasst Bochum einen drastischen Entschluss

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Das Bermudadreieck verändert sein Gesicht - die Stadt will sich dagegen wehren

Das Bermudadreieck Bochum verändert sich derzeit. Shisha-Bars öffnen der Reihe nach im bekannten Partyviertel - doch die Stadt wehrt sich.

  • Im Bermudadreieck in Bochum siedelten sich zuletzt viele Shisha-Bars an.
  • Die Stadt ändert nun Bebauungspläne, um einer weiteren Ausbreitung entgegenzutreten.
  • Ein Sprecher betont, man wolle Shisha-Bars nicht grundsätzlich verbieten.

Bochum - Das Bermudadreieck in Bochum ist Anziehungspunkt für das Partyvolk im mittleren Ruhrgebiet. Aus Herne, Witten, Dortmund oder Essen strömen an jedem Wochenende tausende Besucher in das Szenequartier - und stellen mitunter immer öfter fest, dass sich das Gesicht des Viertels zu verändern scheint.

Bochum: Shisha-Bars reihen sich am Eingangstor zum Bermudadreieck aneinander

Vor allem wer über den Hauptbahnhof in Richtung Bermudadreieck läuft, betritt die Ausgehmeile über die Brüderstraße. Wo die Besucher einst von einem Mix aus Bars, Restaurants oder Imbissen empfangen wurden, reiht sich inzwischen eine Shisha-Bar an die nächste.

Der Verwaltung der Stadt Bochum passt das offenbar gar nicht in den Kram. Die verstärkte Ansiedlung von Shisha-Bars im Bermudadreieck sei geeignet "das Image des Bermudadreiecks zu schädigen", heißt es in einer Vorlage der Stadtverwaltung an den Planungsausschuss der Stadt Bochum. 

Zuletzt sorgten immer wieder Razzien der Polizei für Schlagzeilen aus dem BermudadreieckVerstöße gegen das Lebensmittelrecht und Unstimmigkeit bei Spielautomaten wurden etwa bei einer der letzten Razzien beanstandet. Dabei werden nicht nur Shisha-Bars, sondern auch Auto-Poser unter die Lupe genommen.

Stadt Bochum will Ausbreitung von Shisha-Bars im Bermudadreieck stoppen

Nun will die Verwaltung der Ausbreitung der Shisha-Bars im Partyviertel einen Riegel vorschieben. Denn: Der Stadt seien Pläne bekannt, wonach sich erste Shisha-Bars auch im südlichen Teil des Dreiecks ansiedeln könnten. Bislang ist eine Häufung dieser Betriebe nur in der Brüderstraße erkennbar, dem nördlichen Einfallstor ins Partyviertel.

Einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans für das Bermudadreieck hat am Dienstag (28. Januar) der Planungsausschuss der Stadt einstimmig zugestimmt. Die Änderung bedarf keiner weiteren Zustimmung des Stadtrats. Sie sieht vor, künftig "Wasserpfeifen-Gaststätten und Wettbüros im Bereich des Bermudadreiecks" einzuschränken. 

Wann der Bebauungsplan geändert wird, steht noch nicht fest. Wie ein Sprecher der Stadt gegenüber unserer Redaktion sagte, werde mit der Arbeit daran nun begonnen. In den kommenden Monaten könnte die Änderung dann greifen.

Bochum will Nutzungsvielfalt im Bermudadreieck erhalten

Mit diesem Schritt solle laut der Stadtverwaltung "den Verdrängungstendenzen und dem Verlust der Nutzungsvielfalt im Bereich des Bermudadreiecks entgegengetreten werden".

Betroffen von der Änderung des Bebauungsplans ist der Bereich zwischen der Viktoriastraße im Westen, dem Konrad-Adenauer-Platz (Freilichtbühne) im Süden, dem angrenzenden Bahndamm in Osten und dem Südring (Badalona Bar) im Norden.

Stadt Bochum kann Neuansiedlung von Shisha-Bars im Bermudadreieck entgegentreten

Mit der Änderung des Bebauungsplans fürs Bermudadreieck kann die Stadt künftig einer Ansiedlung einer weiteren Shisha-Bar im genannten Bereich einen Riegel vorschieben. Nicht betroffen von der neuen Regelung sind bestehende Shisha-Bars. 

"Es ist aber möglich, dass aktuelle Pläne für Neuansiedlungen von Shisha-Bars aufgeschoben werden, auch wenn der Bebauungsplan noch nicht geändert wurde", sagte Bochums Stadtsprecher Thomas Sprenger gegenüber RUHR24.de.

Bermudadreieck: Kein generelles Verbot von Shisha-Bars in Bochum

Übrigens: Es gab Ende Januar eine große Razzia in Essen im Rotlichtviertel. Die Polizei kontrollierte insgesamt 17 Bordelle und fand zum Teil "unhaltbare hygienische Zustände."

Gleichzeitig betonte er, die Stadt wolle keinesfalls sämtliche Shisha-Bars im Generellen verbieten. "Im Gegenteil, sie gehören zu einem bunten Mix in unserer Stadt und zum Stadtbild dazu", so Sprenger. Es ginge eher darum, einer "Monokultisierung" entgegenzutreten.

Auch bei einem anderen Vorfall im Ruhrgebiet ermittelt die Polizei aktuell. Denn in Bochum wurde ein Hund von einem SUV erfasst. Der Vierbeiner starb kurz darauf.

Eine Bank aus Bochum erhebt künftig Strafzinsen auf das gesparte Geld. Dabei trifft es jedoch nur eine besondere Art von Kunden.

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