"Es geht um die Existenz"

Bermudadreieck Bochum: Gastronom sendet Hilferuf wegen Coronavirus

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Die Gastronomen im Bermudadreieck in Bochum machen sich wegen der Coronavirus-Krise Sorgen um ihre Existenz.

Im Bermudadreieck in Bochum sind die Lokale wegen des Coronavirus seit Wochen geschlossen. Die Betreiber fürchten Pleiten und hoffen auf die Politik.

  • Die Lokale im Bermudadreieck in Bochum sind seit über einem Monat geschlossen. 
  • Grund ist die unklare Situation in der Coronavirus-Krise.
  • Betreiber von Bars und Restaurants bangen um ihre Existenz und machen Druck auf die Politik.

Update, Mittwoch (20. Mai), 16.55 Uhr: Bochum - Gastronomen dürfen inzwischen wieder öffnen, und zwar seit dem 11. Mai. Der Betreiber der Gaststätte Jago - im Dunstkreis des Bermudadreiecks -  hat es jedoch mit den geforderten Corona-Regeln nur zwei Tage ausgehalten und inzwischen wieder geschlossen. Es sei wirtschaftlich und personell nicht zu stemmen.

Erstmeldung, Dienstag (21. April), 11 Uhr: Bochum - Wo sonst das Leben pulsiert, ist jetzt wahrlich tote Hose: Das Bermudadreieck in Bochum wirkt in der Coronavirus-Krise wie ausgestorben. Die Betreiber der Partymeile fürchten, dass einige Lokale nie wieder öffnen könnten, berichtet RUHR24.de*. Sie fordern jetzt Planungssicherheit.

Bermudadreieck in Bochum: Betreiber senden Hilferuf in Coronavirus-Krise

Deshalb senden die Betreiber der Lokale im Bermudadreieck jetzt einen Hilferuf. Anlass war die Ankündigung von Bund und Ländern, die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus auch in NRW zu lockern. Bloß nicht für Kneipen, Clubs und Hotels.

"Wir blicken voller tiefer Sorgen in die Zukunft", schreiben die Betreiber auf Facebook. Die Situation sei "katastrophal", die Förderprogramme für die Freizeitbranche nicht gemacht. Denn viele Restaurants, darunter auch das bekannte "Tucholsky" von Gastronom Christian Bickelbacher, sind seit Wochen geschlossen.

"Wir haben seit dem 16. März keine Einnahmen", sagt er. "Die Miete steht natürlich trotzdem auf dem Block." Das sei trotz Rücklagen nicht zu stemmen, sagt der Vorstand der "Immobilien- und Standortgemeinschaft Bermuda3eck" (ISG). "Es geht um die Existenz."

Bochum: Läden im Bermudadreieck geschlossen - Soforthilfen reichen nicht

Dabei hatten viele der Wirte im Bermudadreieck zu Beginn der Coronavirus-Krise ihre Verantwortung ernst genommen und zahlreiche der rund 80 Lokale geschlossen, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Die anschließend nötigen Soforthilfen des Landes NRW von bis 25.000 Euro nennt Bickelbacher "einen Tropfen auf den heißen Stein".

Viele der Förderungen seien zudem noch gar nicht angekommen. Und wenn doch, seien sie ohnehin nur für kleine oder inhabergeführte Betriebe eine Hilfe. Bickelbacher hingegen betreibt im Bermudadreieck in Bochum, das in diesem Jahr weiter wachsen sollte*, allein vier Lokale und ein Hotel. Bereits eine Woche vor dem Shutdown hatte der Wirt einen Brandbrief an den Oberbürgermeister von Bochum, Thomas Eiskirch (SPD), geschickt.

Gastronom Christian Bickelbacher macht sich große Sorgen um die Lokale im Bermudadreieck in Bochum.

Den Hilferuf will Christian Bickelbacher im Namen des Bermudadreiecks jetzt auch nach Düsseldorf und Berlin tragen. Er fordert deshalb ein ernsthaftes Hilfspaket für die Gastronomen. Kleine und mittlere Betriebe dürften von der Bundesregierung nicht als Kollateralschaden der Coronavirus-Pandemie in Kauf genommen werden.

Bermudadreieck Bochum: "Soforthilfen verlängern das Sterben nur"

"Die Soforthilfen verlängern das Sterben um ein paar Tage", sagt der Gastronom. Er fordert deshalb Zuschüsse in Höhe von zehn Prozent des letztjährigen Jahresumsatzes. Dann könnten die Betreiber wenigstens Miete und Versicherung zahlen.

Das Kurzarbeitergeld müsste früher gezahlt und aufgestockt werden. Außerdem müsste es auch für Aushilfen wie Studenten gelten. "Und eigentlich müssten auch Mieten nachgelassen werden", sagt Bickelbacher. Denn: Noch ist unklar, wann überhaupt wieder geöffnet werden kann.

Video: Lockerungen in der Coronavirus-Krise

Bickelbacher fordert daher einen Fahrplan für die Gastronomen: "Planungssicherheit ist jetzt das allerwichtigste", sagt er. Damit er Urlaubern aus Deutschland wenigstens Reise-Pakete anbieten kann und weiß, wann er überhaupt wieder mit einer Öffnung rechnen kann. 

Doch ob es die in Kürze geben wird, ist unklar. Zu uneinheitlich sind die Sicherheitsmaßnahmen, zu ungewiss der weitere Verlauf der Pandemie. Das weiß auch der Gastronom: "Das Schlimmste, was uns passieren könnte, wäre ein Wiederanfahren und dann ein weiterer Shutdown. "Derzeit geht er davon aus, dass Restaurants früher wieder öffnen dürfen, als die Kneipen - wenn auch mit weniger Tischen, als üblich.

Jetzt will die ISG Bermudadreieck weiter Druck auf die Politik machen. Gespräche mit den Landtagsabgeordneten aus Bochum waren für Dienstagabend (21. April) geplant, eins mit OB Eiskirch am Freitag (24. April).

Was auch immer dabei herauskommen wird, klar ist für Christian Bickelbacher derzeit nur: "Wir werden wieder aufmachen. Die Frage ist nur wann und wie." ffo

*RUHR24.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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