Anzeigen nach Polizeieinsatz im Bermudadreieck: So greift die Polizei in Bochum durch

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In Bochum hat die Polizei am Freitag im Rahmen einer Razzia mehrere Shisha-Bars kontrolliert. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Bochum/NRW - In Bochum hat am Freitagabend (12. Juli) eine Razzia gegen Clankriminalität stattgefunden. Dabei hat die Polizei mehrere Shisha-Bars kontrolliert.

Am Freitagabend (12. Juli) haben die Polizei und das Ordnungsamt Bochum mehrere Shisha-Bars im Bermudadreieck in Bochum kontrolliert.

  • Das Bermudadreieck in Bochum war für die Razzia teilweise abgesperrt.
  • Polizei durchsuchte Shisha-Bars in dem beliebten Szeneviertel.
  • Der Einsatz gehört zur "Null-Toleranz-Strategie" gegen Clankriminalität

Update, Sonntag (14. Juli), 13.17 Uhr: Wie die Polizei Bochum am Sonntag mitteilte, sind bei dem Einsatz im Bermudadreieck zehn Shisha-Bars kontrolliert worden. Dabei kam es zu vier Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten, laut Polizei wegen Verstößen gegen das Lebensmittelrecht und wegen Unstimmigkeit bei einem Spielautomaten.

Ursprungsmeldung, Samstag (13. Juli), 16.46 Uhr: Sie geraten immer wieder ins Visier der Polizei: Am Freitagabend (12. Juli) haben Bochumer Polizeibeamte mit dem Ordnungsamt mehrere Shisha-Bars im beliebten Szeneviertel Bermudadreieck kontrolliert.

Razzia in Bochumer Shisha-Bars: Polizei setzt "Null-Toleranz-Strategie gegen Clankriminalität" fort

Die Razzia in Bochum gehört wie zahlreiche Kontrollen in der Vergangenheit zur "Null-Toleranz-Strategie gegen Clankriminalität". So fand im Januar die bisher größte Razzia gegen kriminelle Clans in der Geschichte von NRW statt. Rund 1.300 Polizisten waren dabei im Einsatz - auch in Dortmund.

Wie viele Beamte in Bochum am Freitagabend im Einsatz waren, ist bisher noch unklar. Laut der Leitstelle solle es am Montag (15. Juli) eine Bilanz zu den durchsuchten Läden, Fahrzeugen und kontrollierten Personen geben.

Von 2016 bis 2018 gingen rund 14.000 Straftaten auf das Konto krimineller Clans in NRW. Mit regelmäßigen und unangekündigten Razzien verfolgt Innenminister Herbert Reul deshalb eine "Politik der Nadelstiche", um die kriminellen Machenschaften einzudämmen und die Täter abzuschrecken.

Im Zuge dessen gab es dann auch im Oktober erneut eine Razzia im beliebten Bermuda-Dreieck in Bochum. Die Ermittler gingen gegen Shisha-Bars und die Autotuning-Szene vor - und das mit Erfolg.

Clan-Hochburg liegt im Ruhrgebiet

Laut dem bundesweit ersten Lagebild zur Clankriminalität, das Reul im Mai vorgestellt hat, liegt eine Hochburg der Clans im Ruhrgebiet - nämlich in Essen.

Neben der Clan-Hochburg werden auch in Städten wie Bochum oder Dortmund immer wieder Shisha-Bars und Szene-Lokale untersucht. Die Polizei unterstellt den Betreibern kriminelle Machenschaften unter dem Deckmantel des Wasserpfeifen-Konsums.

+++ Polizei-Razzia in Dorsten: bundesweiter Einsatz gegen Cyberkriminalität +++

Und tatsächlich: Immer wieder decken die Beamten bei solchen Razzien zahlreiche Verstöße auf. So haben die Polizisten bei einer Kontrolle in Dortmund sogar Waffen gefunden und mehrere Kilo unverzollten Tabak beschlagnahmt.

Im Frühjahr konnte die Polizei sogar neun Personen festnehmen, gegen die bereits vorher Haftbefehl erwirkt worden war.