Vorbereitung auf Anschläge: Amok-Trainingszentrum in Bochum eröffnet

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In Bochum-Langendreer hat am Freitag die neue Trainingsstätte für Polizisten eröffnet. Die Beamten sollen sich dort auf Anschläge vorbereiten können. Foto: René Werner

Bochum/NRW - In Bochum hat am Freitag (12. April) das erste Amok-Trainingszentrum eröffnet. Polizisten sollen sich dort auf Anschläge vorbereiten können.

Das erste Amok-Trainingszenrum hat am Freitag (12. April) in Bochum eröffnet. Durch realitätsnahe Übungsszenarien sollen Streifenpolizisten im Falle eines Anschlags besser vorbereitet sein.

Egal ob in Berlin, Münster oder Bottrop: Anschläge auf wehr- und schutzlose Menschen sind zu einer realen Bedrohung geworden. Laut der Polizei NRW stelle der internationale Terrorismus die Beamten vor immer größere Herausforderungen.

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Eine bessere Ausbildung soll also her - auch für Streifenpolizisten. Weil Spezialeinheiten häufig zu lange brauchen, um am Anschlagsort anzukommen, sollen nun alle Polizisten im Außendienst auf den Ernstfall vorbereitet sein.

Zu diesem Zweck wurde am Freitag (12. April) ein Amok- Trainingszentrum in Bochum-Langendreer eröffnet. NRW-Innenminister Herbert Reul war als Ehrengast anwesend.

"Der Polizist, der am Anfang da ist, muss es zumindest unterbrechen können"

Egal ob Einkaufscenter, Weihnachtsmarkt oder Schule: In der umgebauten Trainingsstätte will die Polizei möglichst viele verschiedene Anschlagsszenarien proben können. Auch Geräusche wie Schreie oder Tumulte lassen sich einspielen. Im Ernstfall sollen dadurch die Erfolgsaussichten der Beamten maximiert und das Verletzungsrisiko minimiert werden.

"Der Polizist, der am Anfang da ist, muss es zumindest unterbrechen können. Er muss nicht die Lage beherrschen, aber er muss dafür sorgen, dass das Morden aufhört", so Herbert Reul am Freitag gegenüber dem WDR.

Gedacht ist das Amok-Trainingszentrum jedoch nicht nur für Polizisten aus Bochum. Die Trainingsstätte steht auch den Polizeipräsidien Essen/Mühlheim an der Ruhr, Gelsenkirchen, Oberhausen und Recklinghausen zur Verfügung.

Erste Übungsszenarien im neuen Trainingszentrum

Bei der Eröffnung des Trainingszentrums haben die Beamten gleich zwei der möglichen Übungsszenarien durchgespielt. Dabei mussten sie sich beispielsweise gegen einen randalierenden Mann wehren, der plötzlich ein Messer gezogen hat.

Dass Fälle wie dieser Realität für die Beamten ist, bestätigt der Essener Polizeipräsident Frank Richter: "Wir haben das Problem zum Beispiel, dass sehr, sehr viele Menschen Messer mit sich führen und diese auch einsetzen."

Insgesamt sollen in NRW zwölf Trainingszentren entstehen, in denen solche Szenarien geprobt werden. Wo genau diese entstehen, hänge von den Möglichkeiten vor Ort ab.