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Wie oft hast du dir schon gewünscht, dumme Sprüche schneller cool zu kontern? Schlagfertigkeit ist eine Fähigkeit, die man durchaus trainieren kann. Hier die wichtigsten Strategien und Techniken.

Schlagfertigkeit muss gelernt sein

Wer schlagfertig ist, macht einen souveränen Eindruck, verschafft sich Respekt unter Freunden und vor allem auch im Berufsleben unter Kollegen und fühlt sich ganz einfach besser.  Doch Schlagfertigkeit ist beileibe nicht jedem in die Wiege gelegt.

Zudem gibt es Grenzen zwischen dem Privat- und dem Berufsleben: Im Job muss man doppelt aufpassen, wie man (vermeintliche) Anfeindungen zurückgibt. Denn: Nicht alles, was sich blöd anhört, ist auch Absicht. Manchmal vergreift sich jemand auch unabsichtlich im Ton.

Standardfloskeln sind immer gut

Es gibt eine Reihe von Standardfloskeln bzw. Merksätzen, die du dir einfach mal „draufschaffen“ kannst. Am besten aufschreiben und fünf bis sechs Mal vorsagen, damit du sie in der entsprechenden Situation parat hast. Mit jeder verfolgst du eine andere Strategie bzw. Technik.

Einfache Merksätze

Gerade wenn du im Unternehmen Azubi bist, willst du sicherlich nicht gleich eine dicke Lippe riskieren. Oft kann man nervige Kollegen oder Mit-Azubis am besten mit Höflichkeit schlagen – mit den folgenden Sätzen hast du auf alle Fälle den Überraschungseffekt auf deiner Seite.

Bleiben wir beim Beispiel „Du bist wirklich das Letzte“ (siehe Sprechblasen links) als Stellvertretersatz für andere Frechheiten.

Drei verschiedene Techniken für Schlagfertigkeit

Technik 1: Mit der Zustimmung, die zudem wie ein Kompliment verpackt ist, lässt du dein Gegenüber lässig auflaufen und stoppst außerdem unnötige Diskussionen: „Das haben Sie gut beobachtet“. Diese Technik ist ideal, wenn man viele Zuhörer hat, vor denen man sich keine Blöße geben will.

Technik 2:  Mit der gezielten Rückfrage nimmt man den Sprücheklopfer in die Pflicht: „Ich habe das leider nicht verstanden. Was wollen Sie mir damit denn sagen?“ Mal sehen, wie schnell der andere kontern kann …

Technik 3:  Auch die Ausweich- bzw. Einlenktaktik wirkt deeskalierend. Ein lapidares: „Solche Bemerkungen bringen uns jetzt aber nicht weiter“ zeigt deinem Gegenüber ganz klar ein Stoppschild auf. Ganz nebenbei positionierst du dich als der Klügere (der nachgibt).

Keiner soll einem dumm kommen

Bei wiederholten dummen Sprüchen kann man andere Merksätze auspacken, z. B. „Behaupten kann das jeder“ oder „Das ist aber allein Ihr Problem“. Der Ton macht hier allerdings die Musik: Solche Sätze sollten so beiläufig wie möglich fallen und keineswegs beleidigt oder nach Retourkutsche klingen.

Ganz wichtig: dumme Sprüche nie persönlich nehmen! Es geht in der Regel gar nicht um dich. Der Sprücheklopfer muss vielmehr einfach Dampf ablassen, weil er einen schlechten Tag oder der Chef ihn gerüffelt hat – oder weil er einfach ein Griesgram ist. Alles nachvollziehbar – aber du musst trotzdem nicht als Prellbock herhalten.

Tipp: Frage bei anderen – ob im Freundes- oder Mitarbeiterkreis – vorsichtig nach, wie das Verhalten dort ankommt und ob du eventuell nur etwas empfindlich bist. Garantiert wirst du nach dieser „Eröffnung“ eine ehrliche Meinung bekommen – und Mitstreiter gewinnen.

„Du bist echt das Letzte.“

„Stimmt, das Beste kommt zum Schluss!“

Dieser Artikel erschien zuerst im „Treffer“, dem Ausbildungsmagazin der Ruhr Nachrichten.“